Gerhard Richter in Düsseldorf

Gerhard Richter ist eng mit der Düsseldorfer Kunstakademie und der Kunstentwicklung des Rheinlands verbunden. Seine Studien- und Lehrjahre helfen dabei, die Stadt als Ort von Ausbildung, Austausch und unterschiedlichen künstlerischen Positionen zu verstehen.

Historisches Gebäude der Kunstakademie Düsseldorf mit begrünter Außenanlage
Historisches Gebäude der Kunstakademie Düsseldorf mit Bäumen und begrünter Außenanlage. Foto: Markus Lenk / MaxTD Imagebank.

Kurzfakten zum Thema

Wer ist Gerhard Richter?Gerhard Richter, geboren 1932, gehört zu den international bedeutenden deutschen Malern der Nachkriegszeit. Sein Werk umfasst gegenständliche und abstrakte Malerei, Zeichnungen, Fotografien und weitere bildnerische Formen.
Was verbindet Richter mit Düsseldorf?Richter studierte zu Beginn der 1960er Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf und war dort später Professor für Malerei. Seine Düsseldorfer Jahre fallen in eine prägende Phase der deutschen Kunst nach 1945.
Welche Professur hatte er?Die Kunstakademie führt Gerhard Richter als Professor für Malerei für die Jahre 1971 bis 1994. Damit war er über zwei Jahrzehnte Teil der akademischen Kunstvermittlung in Düsseldorf.
Wofür ist seine Malerei bekannt?Häufige Bezugspunkte sind fotografische Vorlagen, Unschärfe, Übermalung, monochrome Flächen, Farbfelder und abstrakte Rakelbilder. Diese Werkgruppen stehen nebeneinander und sollten nicht zu einer einzigen Methode verkürzt werden.
Welche Rolle spielt die Kunstsammlung NRW?Die Kunstsammlung NRW bietet mit K20 und K21 einen wichtigen Düsseldorfer Museumsrahmen für moderne und zeitgenössische Kunst. Eine Richter-Ausstellung von 2021/22 ist dort als historische Ausstellung dokumentiert, nicht als aktuelles Programm.
Kann man in Düsseldorf aktuell Werke von Richter sehen?Das hängt von Sammlungsausstellung und Leihgaben ab. Wer ein bestimmtes Werk sehen möchte, sollte die aktuelle Präsentation und die Besuchsinformationen der jeweiligen Institution direkt prüfen.

Warum Gerhard Richter zu Düsseldorf gehört

Gerhard Richter ist mit Düsseldorf nicht nur durch einzelne Ausstellungen verbunden. Die Stadt war für ihn ein Ausbildungs- und Lehrort und zugleich Teil eines Kunstumfelds, das seit den 1960er Jahren international wahrgenommen wurde. Wer diesen Zusammenhang verstehen möchte, sollte deshalb zwischen Biografie, Akademiegeschichte, Museumsbestand und jeweils aktuellem Ausstellungsprogramm unterscheiden.

Der wichtigste Bezugspunkt ist die Kunstakademie Düsseldorf. Richter kam zu Beginn der 1960er Jahre an die Hochschule und arbeitete dort in einer Zeit, in der sich die westdeutsche Kunst nach dem Krieg neu orientierte. An der Akademie trafen verschiedene Generationen, Medien und Auffassungen von Kunst aufeinander. Düsseldorf wurde dadurch nicht zu einer Schule mit nur einem Stil, sondern zu einem Ort intensiver Auseinandersetzung.

Richters Verbindung zur Stadt reicht außerdem über seine eigene Studienzeit hinaus. Von 1971 bis 1994 lehrte er als Professor für Malerei an der Kunstakademie. Die offizielle Liste ehemaliger Professorinnen und Professoren nennt diesen Zeitraum ausdrücklich. Für die Düsseldorfer Kunstgeschichte ist das wichtig, weil Richter nicht nur als international erfolgreicher Maler zurückblickt, sondern selbst an der Ausbildung jüngerer Künstler beteiligt war.

Studium an der Kunstakademie Düsseldorf

Richters Studienjahre gehören in die frühe Phase seiner westdeutschen Laufbahn. Die Kunstakademie bot ihm einen institutionellen Rahmen, zugleich bewegte er sich in einem Umfeld aus Lehrenden, Studierenden, Galerien, Sammlern und Ausstellungen. Die Stadt war damit ein Arbeitsplatz und ein Netzwerk, in dem künstlerische Entscheidungen sichtbar und diskutiert wurden.

Die Geschichte der Kunstakademie ordnet die 1960er und 1970er Jahre als Hochphase mit Lehrern wie Joseph Beuys, Gerhard Richter und Günther Uecker ein. Das bedeutet nicht, dass diese Künstler dieselbe Kunstauffassung vertraten. Gerade die Unterschiede machen den Ort verständlich: Beuys erweiterte die Diskussion über Kunst, Richter untersuchte die Möglichkeiten der Malerei, und Uecker arbeitete unter anderem mit seriellen Strukturen und dem Material des Nagels.

Für Besucher ist die Akademie heute vor allem eine Hochschule und kein täglich geöffnetes Richter-Museum. Öffentliche Einblicke hängen von Rundgängen, Veranstaltungen und Angeboten der Akademie-Galerie ab. Aktuelle Termine und Zugangsbedingungen sollten deshalb direkt bei der Akademie geprüft werden. Künstler in Düsseldorf ordnet Richter in Relation zu weiteren Personen und Generationen des Düsseldorfer Kunstlebens ein.

Professor für Malerei von 1971 bis 1994

Richters Professur begann 1971 und endete 1994. Diese lange Lehrtätigkeit ist mehr als eine biografische Zusatzangabe. Sie zeigt, dass die Verbindung zwischen Künstler und Stadt über die eigene Produktion hinausging. Als Professor arbeitete Richter mit Studierenden, begleitete künstlerische Entwicklungen und war Teil einer Hochschule, deren Bedeutung weit über Düsseldorf hinausreichte.

Eine Professur ist jedoch nicht mit einer einheitlichen „Düsseldorfer Richter-Schule“ gleichzusetzen. Studierende entwickeln eigene Interessen und reagieren auf ihre Zeit. Auch Richter selbst arbeitete nicht mit einem einzigen festen Verfahren. Der akademische Zusammenhang lässt sich besser als Austausch über Malerei, Bildquellen, Wahrnehmung und die Grenzen des Mediums beschreiben.

Die Kunstakademie Düsseldorf nennt Richter gemeinsam mit anderen prägenden Lehrenden der Nachkriegszeit. Diese gemeinsame Nennung ist ein historischer Hinweis, aber kein Beleg dafür, dass ihre Werke gleichartig wären. Für eine gute Einordnung gehören Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammen.

Zwischen Fotovorlage, Unschärfe und Abstraktion

Richters Malerei wird häufig über die Spannung zwischen fotografischer Vorlage und malerischer Bearbeitung erklärt. In manchen Arbeiten erscheinen Personen, Landschaften oder Gegenstände wie aus einem Foto übernommen und zugleich durch Unschärfe der direkten Eindeutigkeit entzogen. Die Unschärfe kann den Blick verlangsamen: Man erkennt das Motiv, erhält aber nicht dieselbe Sicherheit wie bei einer scharfen Dokumentation.

Daneben stehen abstrakte Werkgruppen, Farbfelder, monochrome Bilder und Arbeiten, bei denen Farbe mit dem Rakel über die Bildfläche bewegt wird. Diese Werke lassen sich nicht einfach als „verfremdete Fotos“ beschreiben. Sie stellen andere Fragen nach Zufall, Entscheidung, Oberfläche, Maßstab und dem Verhältnis von Ordnung und Bewegung.

Für Besucher ist deshalb ein vergleichender Blick hilfreich. Ein gegenständliches Bild kann danach fragen lassen, wie ein fotografisches Motiv in Malerei übergeht. Ein abstraktes Bild lenkt die Aufmerksamkeit stärker auf Farbe, Schichtung, Spuren und räumliche Wirkung. Beide Zugänge gehören zu Richters Werk, ohne dass einer den anderen erklärt oder ersetzt.

Richter, Beuys und das Düsseldorfer Umfeld

Gerhard Richter und Joseph Beuys werden oft gemeinsam genannt, weil beide mit der Kunstakademie Düsseldorf verbunden waren und dort als Professoren wirkten. Ihre künstlerischen Positionen waren jedoch deutlich verschieden. Beuys beschäftigte sich intensiv mit Aktion, Skulptur, gesellschaftlicher Beteiligung und einem erweiterten Kunstbegriff. Richter blieb in vielen zentralen Werkgruppen der Malerei verpflichtet, auch wenn er deren Voraussetzungen immer wieder infrage stellte.

Der Vergleich ist gerade deshalb nützlich. Er zeigt, dass Düsseldorfs Bedeutung nicht auf eine einzelne Stilrichtung zurückgeht. In der Kulturgeschichte Düsseldorfs lässt sich der historische Hintergrund der Stadt als Kunst- und Kulturort vertiefen. Joseph Beuys in Düsseldorf eröffnet anschließend eine andere, stärker auf Lehre, Aktion und öffentliche Werke bezogene Perspektive.

Auch der Begriff Düsseldorfer Malerschule muss zeitlich sauber verwendet werden. Er bezeichnet vor allem eine historische Richtung des 19. Jahrhunderts und ist nicht einfach ein Sammelname für alle späteren Künstler der Stadt. Richter gehört zur Kunstgeschichte der Nachkriegszeit; seine Verbindung zur Akademie ist daher von der historischen Malerschule zu unterscheiden.

Kunstsammlung NRW und historische Ausstellungseinordnung

Die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf bildet mit K20 und K21 einen wichtigen Rahmen, um moderne und zeitgenössische Kunst in der Stadt zu sehen. Ob ein Werk von Gerhard Richter aktuell ausgestellt ist, hängt von der jeweiligen Sammlungspräsentation, von Leihgaben und vom Ausstellungsprogramm ab. Eine allgemeine Künstlerbiografie ersetzt diese aktuelle Prüfung nicht.

Die Kunstsammlung dokumentiert eine Ausstellung Gerhard Richter. Birkenau-Zyklus, Zeichnungen, Übermalte Fotos, die vom 18. Dezember 2021 bis zum 24. April 2022 stattfand. Diese historische Ausstellung ist für die Einordnung interessant, weil sie mehrere Werkgruppen zusammenführte und Richters Auseinandersetzung mit fotografischen Quellen, Erinnerung und der Darstellung des Holocaust thematisierte. Sie ist aber kein Hinweis darauf, dass dieselbe Präsentation heute noch läuft.

Wer den Museumsbesuch vorbereiten möchte, sollte den aktuellen Stand der Kunstsammlung, Eintrittszeiten und mögliche Ausstellungsänderungen direkt bei der Institution prüfen. Der allgemeine Überblick zu Kunst und Museen in Düsseldorf hilft bei der Auswahl weiterer Ziele. Der Kunstpalast Düsseldorf ist dabei eine eigenständige Institution mit einem anderen Sammlungs- und Ausstellungsprofil und sollte nicht mit der Kunstsammlung NRW verwechselt werden.

Wie lässt sich Richters Düsseldorfer Verbindung heute nachvollziehen?

Ein sinnvoller Rundgang muss nicht versuchen, sämtliche Stationen an einem Tag abzudecken. Als Einstieg bietet sich die Kunstakademie an, sofern ein öffentliches Angebot stattfindet. Danach kann ein Museumsbesuch folgen, bei dem die aktuelle Präsentation vorab geprüft wurde. So wird deutlich, dass Richters Düsseldorf-Bezug aus mehreren Ebenen besteht: dem Ort seines Studiums, seiner jahrzehntelangen Lehrtätigkeit, dem lokalen Kunstumfeld und den jeweils sichtbaren Werken.

Wer nur wenig Zeit hat, sollte ein konkretes Ziel wählen und historische Hinweise nicht mit einem aktuellen Veranstaltungsversprechen verwechseln. Für die Planung von Öffnungszeiten, Wegen und Zeitpuffern sind die Hinweise zum Kulturbesuch in Düsseldorf hilfreich. Die Kunst im Tunnel kann als weiterer Gegenwartsort interessant sein, steht aber für einen anderen institutionellen und räumlichen Zugang als die Akademie oder die Kunstsammlung.

Der wichtigste Gewinn eines solchen Besuchs liegt nicht darin, möglichst viele Namen abzuhaken. Er liegt darin, die Beziehungen zwischen Hochschule, Museum und Stadtraum wahrzunehmen. Düsseldorf war für Richter ein Ort des Lernens und Lehrens; die heutige Stadt macht diesen Zusammenhang über Institutionen, Sammlungen und historische Dokumentation nachvollziehbar.

Häufige Fragen

Wann studierte Gerhard Richter an der Kunstakademie Düsseldorf?

Gerhard Richter studierte zu Beginn der 1960er Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf. Diese Studienzeit fällt in eine Phase, in der sich die westdeutsche Kunst nach 1945 neu orientierte und Düsseldorf als Kunstort an Bedeutung gewann.

War Gerhard Richter Professor in Düsseldorf?

Ja. Die Kunstakademie Düsseldorf führt Gerhard Richter als Professor für Malerei für die Jahre 1971 bis 1994. Seine Verbindung zur Hochschule war damit deutlich länger als seine eigene Studienzeit.

Was verbindet Richter mit Joseph Beuys?

Beide waren mit der Kunstakademie Düsseldorf verbunden und dort als Professoren tätig. Ihre künstlerischen Positionen unterschieden sich jedoch: Beuys arbeitete unter anderem mit Aktionen, Skulpturen und einem erweiterten Kunstbegriff, Richter vor allem mit unterschiedlichen Möglichkeiten der Malerei.

Wofür ist Gerhard Richters Malerei bekannt?

Zu den häufig besprochenen Werkgruppen gehören Arbeiten nach fotografischen Vorlagen, unscharfe Bilder, Übermalungen, Farbfelder und abstrakte Rakelbilder. Diese Werkgruppen zeigen, dass Richter nicht auf ein einziges Verfahren festgelegt werden kann.

Kann man heute Werke von Gerhard Richter in Düsseldorf sehen?

Das hängt von der aktuellen Sammlungspräsentation und von laufenden Ausstellungen ab. Die historische Ausstellung der Kunstsammlung NRW von 2021/22 ist abgeschlossen. Für einen aktuellen Besuch sollten die offiziellen Seiten der jeweiligen Institution geprüft werden.

Wo lässt sich Richters Düsseldorfer Zeit nachvollziehen?

Die wichtigsten Anlaufstellen sind die Geschichte der Kunstakademie, die aktuellen Angebote der Kunstsammlung NRW und die städtischen Übersichten zu Kunst und Museen. Die Verbindung wird am verständlichsten, wenn Studien- und Lehrort, Museumsbestand und historische Ausstellungshinweise getrennt betrachtet werden.